Reh

Capreolus capreolus

  • Körperlänge:
    100-140cm
  • Gewicht:
    17 – 30 kg
  • Lebenserwartung:
    bis 12 Jahre
  • Verbreitung:
    Europa, Asien
  • Lebensraum:
    Waldrandzonen, Feldflur
  • Paarungszeit (Brunft, Blattzeit):
    Juli / August
  • Tragzeit:
    42 Wochen (mit Keimruhe)
  • Setzzeit; Anzahl Junge (Kitze):
    Mai - Juni; meist 2
  • Säugezeit:
    ca. 5 – 6 Monate
  • Nahrung:
    Kräuter, Knospen, Blätter, Blüten, Früchte, Eicheln, Buchennüsschen
  • Natürliche Feinde:
    Fuchs, Luchs, Wolf
  • Häufigste Schäden:
    Verbiss- und Fegeschäden
Reh
Bild: Gregor Schaad

Systematik:

  • Klasse:
    Säugetiere
  • Ordnung:
    Paarhufer
  • Familie:
    Hirsche
  • Gattung:
    Rehe (Capreolus)
  • Art:
    Europäisches Reh (Capreolus capreolus)

Beschreibung

Das Reh ist der in Europa am häufigsten vorkommende Vertreter der Familie der Hirsche. Pro Jahr werden in der Schweiz rund 40‘000 Rehe erlegt. Im Naturpark Thal erlegen die Jäger rund 350- 400 Rehe pro Jahr.

Als Kulturfolger profitiert das Reh vom hohen Nahrungsangebot unserer Land- und Waldwirtschaft.
Weiter passt das Reh sein Verhalten bei Veränderungen des Lebensraumes sehr schnell an. Mit der Zunahme der Luchs-Population ist dies im Thal eindrücklich zu beobachten.

  • Sucht sich länger und viel mehr Deckung im Unterholz und Hecken.
  • Tritt vermehrt nur noch bei Dämmerung und Nachts auf das offene Kulturland aus.
  • Haltet sich nur kurz an Waldrandzonen auf.
  • Reagiert viel schreckhafter bei Wahrnehmung von anderen Tieren oder Mensch.

Das Ziel bei der Bejagung des Rehes liegt daran, die Bestände der Tragfähigkeit der Lebensräume anzupassen. Hohe Rehbestände können Fegeschäden und Verbissschäden an Gipfeltrieben von Jungbäumen im Wald verursachen. Deshalb führt die Forstwirtschaft zusammen mit den Jagdrevieren periodisch im ganzen Kanton eine Waldverjüngungskontrolle am Jungwald durch. Dabei wird der Wildeinfluss zur Verjüngungsgunst der vorhandenen Baumarten beurteilt. Diese Ergebnisse fließen in die jeweilige Jagdplanung ein.

Rehe sind Konzentratselektierer. Sie wählen gezielt leicht verdauliche Pflanzenteile wie Kräuter, Blüten, Blätter, Knospen, Früchte Eicheln aus. Wenn man die Rehe beim „Äsen“ beobachtet, sieht dies aus wie die Rehe an den Pflanzen nur eine wenig naschen. Die Rehe lieben auch die Knospen von Blumen (Rosen etc.) im eigenen Garten oder auf den Friedhöfen.

Das Reh ist kein ausdauernder Läufer. Bei Gefahr sucht das Reh in Hecken und im Unterholz Deckung. Die starken Hinterläufe ermöglichen dem Reh eine grosse Schnellkraft und somit kurze, explosive Fluchten.

Während den Wintermonaten formieren sich die Rehe in sogenannten kleinen Sprüngen zusammen. Während den Frühlings- und Sommermonaten besetzten die erwachsenen Böcke und auch die Rehgeissen ein eigenes Territorium. Dieses verteidigen sie hefig gegen andere Rehe. Grundsätzlich sind Rehe standortstreu, suchen also jedes Jahr wieder den gleichen Einstand (Territorium) auf.

Nach der Zeugung während der Paarungszeit (Brunft) im Juli/August fällt das befruchtete Ei in eine rund viermonatige Keimruhe. Die Weiterentwicklung des Embryos setzt erst im Januar wieder ein. Dadurch werden die Kitze im Frühjahr geboren (Mai/Juni) und wachsen während des sommerlichen Nahrungsreichtums auf. Meistens gebären (setzten) die Rehgeissen zwei Kitze.

Beim Reh trägt der Rehbock eine Geweih. Die Form und Grösse des Geweihs haben wenig mit dem Alter oder Erbanlage eines Rehbocks zu tun. Vielmehr sind sozialer Status, Ernährungsbedingungen und Rehwilddichte massgebend. Der Geweihabwurf findet zwischen Oktober und Dezember statt. Nach zehn Wochen ist das neue Geweih unter der Basthaut wieder voll entwickelt. Etwa im März/April stirbt die Basthaut ab und der Bocks „fegt“ diese Haut an jungen Bäumen vom Geweih ab.

Fotos

VTJ Thal
Sekretariat
Moosweg 614
4712 Laupersdorf

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